Unterwegs in Richtung Kroatien

Einmal 1.Klasse, bitte

Um 05.30 Uhr geht es los im ICE von Berlin-Südkreuz nach München. Momentan beträgt die Fahrzeit noch 6.15 Stunden, diese kürzt sich mit Beginn des Winterfahrplans im Dezember auf 4 1/2 Stunden und bietet bessere Möglichkeiten, mit der Bahn nach Kroatien oder Italien zu fahren. Nach einem kurzen Aufenthalt am Hauptbahnhof fährt ein Eurocity (EC) nach Zagreb via Salzburg.

Die Mozartstadt bietet sich für einen Stopover an – genauso wie Singapore, Hong Kong etc.. Wir entscheiden uns für das NH Hotel Salzburg, ein ordentliches 4*Sterne Haus in sehr guter Lage mit gutem Frühstücksbuffet – ein idealer Ausgangspunkt, um die Stadt zu erkunden. Am Abend besuchen wir das Restaurant "s´Herzl" in der Altstadt. Es kombiniert gutbürgerliche Küche mit Schnitzel & Co. und typisch österreichischer Gemütlichkeit. Die freundliche Bedienung im offenherzigen Dirndl sorgt bei den amerikanischen Gästen am Nachbartisch für eine extra Portion Trinkgeld. Yes, Salzburg is international. Den nächsten Vormittag verbringen wir aufgrund des Dauerregens im Museum für Moderne. Das Gebäude thront auf einem Felsen oberhalb der Altstadt und kann mit einem moderen Fahrstuhl erreicht werden. Bei schönem Wetter kann der Einspänner bei grandioser Panoramaaussicht auf der Terrasse des Museums-Cafés eingenommen werden.

Zwischen Salzburg und Zagreb

Ausblick Zug ins Tal

Ab Salzburg braucht der EC nach Zagreb knapp 7 Stunden. Das ist eine lange Fahrzeit, die sich jedoch lohnt: Der Zug schlängelt sich an Bergen entlang und bietet einen wunderbaren Blick auf Almwiesen und Täler, Flüsse und sogar den einen oder anderen Wasserfall. Eine Panoramafahrt ohnegleichen. Die 1.Klasse ist mit 80 Euro (Europa-Sparpreis) erschwinglich und selten ausgebucht. Wenn man wie wir das Glück hat, ein 6er-Abteil für sich alleine zu haben, kann man es sich richtig gemütlich machen. Die Sitze lassen sich zu bequemen Schlafsesseln umwandeln. Ein Besuch im Speisewagen gehört zu jeder längeren Bahnreise dazu. Überraschenderweise ist das Speiseangebot der ÖBB um einiges besser als bei der hiesigen DB. Gegen 21.00 Uhr erreicht der EC212 (Mimara) den Bahnhof von Zagreb. Mit dem Taxi geht es für eine Nacht zum 4*Hotel Panorama in das 17. Stockwerk mit tollem Ausblick, ganz nach dem Motto "Zagreb by Night". Das Hotel liegt knapp 2 km entfernt vom eigentlichen Zentrum. Da aber der Autovermieter SIXT direkt im Hotel eine Station hat, ist dies mehr als praktisch für die Anmietung am nächsten Vormittag. Das sehr geräumige Eckzimmer hat etwas vom "Luxus" zu Titos Zeiten und ist komfortabel ausgestattet: Ankleideraum, separates Gäste WC, Sitzgruppe und ein wirklich riesiger Flat TV.  Fazit: toller Ausblick, bequemes Bett und eine gute Ausgangsposition für die Weiterreise.

Wunderschönes Ljubljana

Ljubjlana

Mit dem Mietwagen, einem Skoda Octavia, geht weiter Richtung Norden nach Ljubljana, der Hauptstadt Sloweniens. Die Grenze ist schnell erreicht. Aufgrund der Flüchtlingssituation finden hier wieder Passkontrollen statt. Man sollte also seinen Ausweis griffbereit haben und es vermeiden, während der Hauptverkehrszeiten die Grenze zu passieren, da es zu längeren Wartezeiten kommen kann. Bei uns geht es zum Glück recht schnell. Nach nur 10 Minuten kommen wir unserem nächsten Etappenziel näher. Wir planen nur eine Übernachtung in Ljubljana, da wir noch drei Nächte im Triglav Nationalpark verbringen möchten. Schon der erste Eindruck beim Erreichen der Stadt erweckt gute Gefühle. Irgendwie hatte ich Slowenien und seine Hauptstadt nie auf der Reiseliste. Ich kann nun behaupten, dass Ljubljana eine der schönsten Städte Europa ist. Die Architektur ist in der autofreien Innenstadt sehr gut erhalten. Mitten durch die Altstadt schlängelt sich die Ljubljanica, an deren Ufer man entspannt entlang schlendern kann. Wir beginnen den Tag mit einem kleinen Frühstück an den alten Markthallen. Ein Spaziergang in der Sonne durch die Innenstadt Richtung Burgberg zeigt in aller Deutlichkeit die Schönheit dieser Stadt. Oben auf der Burg Laibach angekommen wird der leichte Aufstieg mit einem wundervollen Ausblick belohnt. Auf dem Rückweg zum Hostel probieren wir eine Krainer im Wursthaus Klobasarna. Diese Wurst ist eine deftige Spezialität und wird mit Senf, Meerrettich und frischem Brötchen serviert – einfach köstlich. Gleich nebenan befindet sich das Restaurant Gostilna Pri kolovratu. Hier gibt es eine feine, unaufgeregte Küche zu vernünftigen Preisen.

Die Tage im Triglav Nationalpark

Bohinj See

Von Ljubljana führt die Autobahn in Richtung Nationalpark. Bereits kurz nach der Stadt taucht am Horizont die majestätisch-anmutige Bergkulisse auf. Unsere erste Station soll das bekannte Örtchen Bled sein, idyllisch gelegen am Bleder See mit einem traumhaften Blick auf eine Burg und das umgebendene Gebirge. Da dieser Ort in vielen Reiseführern nicht nur aufgrund seiner reizvollen Lage sondern auch wegen einer märchenhaften Kirche inmitten des Sees gepriesen wird, werden wir hier von vielen anderen Touristen empfangen. Wir fahren weiter zu unserer gebuchten Unterkunft am Bohinj See. Dieser liegt nur ein paar Kilometer weiter entfernt, verspricht jedoch aufgrund seiner Abgeschiedenheit mehr Ruhe und Schönheit. Unser Gästezimmer für die nächsten 3 Nächte befindet sich nur ein paar hundert Meter vom See entfernt und bietet einen traumhafen Ausblick auf den Berg Vogel, welchen wir am nächsten Tag bewandern werden. Er ist mit 1544 Metern einer der höchsten Gipfel Sloveniens und lässt sich bequem mit einer Gondelbahn erreichen. Sie bringt im 30-Minuten-Takt die Gäste in 5 Minuten Fahrzeit nach oben. 

Ausblick Gondelstation Vogel

Oben angekommen, erwartet uns ein fantastischer Ausblick über die Julischen Alpen mit dem Triglav, dem höchsten Berg des Landes. Es ist immer wieder ein tolles Gefühl, sich auf einem Gipfel zu befinden mit weitem Blick, unheimlicher Stille und sauberer Luft. Wir beschließen einen kleinen Aufstieg zum Sija. Dieses Gebiet ist im Winter ein Skigebiet, welches im Sommer allzu deutlich wird. Oben angekommen darf jeder einmal zur Belohnung eine kleine Glocke läuten, um seine Freude über den Aufstieg zu bekunden. Im Winter führen Sessellifte zu den verschiedenen Pisten, diese sind jedoch im Sommer stillgelegt. Bevor wir uns wieder zur Gondel in Richtung Tal begeben, kehren wir in der Gaststätte "Merjasec" auf einen Kaffee ein. Bei der hübschen Aussicht von der Terrasse auf den Vogel kann man auch mal über den etwas mürrischen Service hinweg sehen. Auf dem Rückweg legen wir noch einen Stop am Wasserfall "Savica" ein. Die Autofahrt dauert von der Talstation Vogel dorthin ungefähr 15 Minuten. Der Eintritt kostet 3 Euro. Nachdem wir die 500 Stufen Aufstieg hinter uns gebracht haben, werden wir mit einem Blick auf den Wasserfall mit einer Fallhöhe von 80m belohnt. Auf dem Rückweg lohnt der Stop an der Aussichtsplattform für ein tolles Panoramafoto in die tiefe Schlucht.

Von den Bergen weiter an die Adria

Nach drei wundervollen Tagen im Triglav Nationalpark packen wir unsere Koffer. Wir wollen die nächsten 5 Tage nach Rovinj an die Adria zum Baden und Seeluft schnuppern. 4 Autostunden später erreichen wir das pittoreske Städtchen. Wir mieten uns für 4 Nächte bei der sehr sympathischen Vermieterin Marica ein. Unser Apartment liegt oberhalb der Altstadt und ist nur einen 10-minütigen Fußmarsch von der Hafenpromenade entfernt. In den vielen kleinen Geschäften lassen sich interessante Dinge entdecken. Und es macht Spaß, durch die kühlen Gassen in der Altstadt zu schlendern und in das mediterran-entspannte Lebensgefühl einzutauchen. Bei einem kühlen Drink oder einem Cappuccino mit Blick auf das beschauliche Hafenleben stellt sich schon bald eine angenehme Urlaubsträgheit ein. Es ist Ende September, die Hochsaison ist bereits vorbei und es kehrt langsam Ruhe ein. Es findet sich immer ein Platz im Restaurant oder Café - perfekt!

Die letzten Tage unserer Reise verbringen wir mit Strandbesuchen, gemütlichen Spaziergängen im Park und Kaffee trinkend an der Hafenpromenade. Empfehlenswert ist ein Ausflug mit dem Boot zur vorgelagerten St.Andreas Insel. Die Fahrt führt vorbei an der Insel Katarina. Vom Oberdeck aus blicken wir über die glitzernde Adria im schönsten Sonnenschein. Bei der Suche nach einem guten Fischrestaurant kann uns unsere Gastgeberin weiterhelfen. Sie empfiehlt wärmstens das Restaurant Bar Rio. In der Tat erweist sich dieses kleine Restaurant direkt an der Hafenpromenade als gute Wahl. Unseren letzten Abend verbringen wir im La Puntulina, einem Lokal mit etagenartigen Balkonen, von wo aus wir einen letzten Blick auf die tiefblaue Adria und einen Sonnenuntergang wie aus dem Bilderbuch werfen können. Uns ist klar: Wir kommen wieder!

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